Für meine Frau in England habe ich schon vor einiger Zeit mit Hilfe einer TV Karte und Skype eine Möglichkeit gefunden, ihr das deutsche Fernsehprogramm zu streamen. Da das deutsche Fernsehen leider oftmals auch nicht das Wahre ist, schrie es förmlich nach einer Möglichkeit auch andere Medien wie DVDs etc. zu streamen.

Das ganze wird relativ simpel mit dem VLC-Player (aktuelle Version: 1.0.5) erledigt, der auf Sender- und Empfängerseite vorhanden sein muss.

Zunächst muss die Einrichtung des Streaming-Servers erfolgen.
Hierzu öffnet man den VLC-Player und wählt unter „Medien“ den Punkt „Streaming“ aus. Es öffnet sich ein Fenster, in dem man die wiederzugebenen Dateien auswählen kann. Ist die Auswahl getroffen, klickt man unten auf „Stream“.

Ein neues Fenster „Streamausgabe“ öffnet sich. Diesen Teil kann man mit dem Button „Nächstes“ überspringen. In dem Reiter „Ziel“ muss nun das Protokoll ausgewählt werden, das den Stream übertragen soll. Wir nehmen für unsere Zwecke http. Das Protokoll wird in dem Dropdownfeld ausgewählt und durch klicken auf „hinzufügen“ bestätigt. Theoretisch kann man nun noch Einstellungen der Zieladresse vornehmen, die aber nicht nötig sind. Die Ziel-IP ist mit 0.0.0.0 korrekt angegeben. So wird der Stream nicht an eine bestimmte Adresse gesendet, sondern jeder, der die Adresse des Servers kennt, kann darauf zugreifen. Kennt man die Zieladresse, kann diese auch angegeben werden. Der Port 8080 kann ebenfalls so genutzt werden.
Nun kommt es darauf an, welche Upstreamgeschwindigkeit einem zur Verfügung steht (und natürlich auch der Downstream auf der anderen Seite), und welche Prozessorleistung vorhanden ist. Sollte die Internetanbindung nämlich etwas kleiner ausfallen, so sollte das Video möglicherweise komprimiert werden, um weniger zu übertragende Daten zu verursachen. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass der Prozessor durch diese Arbeit belastet wird.
Möchte man die wiedergegebene Datei gleichzeitig auch auf dem Server wiedergeben, muss ein Haken in den Kasten „Lokal wiedergeben“ gesetzt werden. So kann z.B. bei einem Video kontrolliert werden, an welcher Stelle man sich gerade befindet.
Anschließend mit „Stream“ die gesamte Auswahl bestätigen.

Einrichtung des Routers:
Da es durch die Vielzahl an Router auf dem Markt unendlich viele Möglichkeiten gibt, wie der Router eingerichtet werden muss, kann ich hier keine detaillierte Erklärung abgeben. Es muss auf jeden Fall der Port 8080 freigegeben werden. Schaut euch einfach ein wenig um. Bei den Speedports der Telekom gibt es z.B. schon vorgefertigte Freigaben für Webserver mit dem Port 8080, der nur noch aktiviert werden muss. Achtet darauf, dass es sich immer auf „http“ beziehen muss.

Einrichtung des Streaming-Clients:
Auch hier muss der VLC-Player installiert sein. Hier öffnet man unter „Medien“ den Menüpunkt „Netzwerkstream öffnen“. In dem geöffnetem Fenster gibt man folgende Einstellungen an:
Protokoll: Das auf dem Server zuvor gewählte Protokoll – in unserem Fall http
Adresse: Die IP-Adresse des Servers und dazugehöriger Port [IP:Port]. Handelt es sich wie in unserem Fall um einen Internetstream, muss darauf geachtet werden, dass der Router sich normalerweise alle 24 Stunden eine neue IP bezieht, sodass hier nicht konstant die gleiche IP eingegeben werden kann und immer beim Server nachgefragt werden muss, welche IP er gerade besitzt. Schöner ist es, wenn der Server eine feste IP besitzt, was allerdings mit Kosten verbunden ist. Aber auch dafür gibt es eine Lösung. DynDNS. Man bekommt eine feste Adresse, also einen Namen, der kontinuierlich auf die sich wechselnde IP gerichtet wird. Dies muss allerdings der Router unterstützen. Wie das alles funktioniert, gibt es vielleicht später in einem ausführlicheren Bericht. In unserem Fall liegt eine DynDNS Adresse vor. Somit kann ganz bequem der Name eingegeben werden.
Bei der Auswahl von http ist die Auswahl des Ports gesperrt und muss manuell eingegeben werden. Dies geschieht durch Abtrennung mittels eines Doppelpunkts : nach der IP Adresse. Der Port lautet 8080.
Durch Klick auf Wiedergabe kann nun das Abspielen der Media-Datei erfolgen.

Sollte die Wiedergabe nicht klappen, kontrolliert folgende Punkte:

  • Sind die IP-Adressen korrekt eingetragen?
  • Ist der Port überall korrekt eingetragen?
  • Ist der Port auf dem Router freigegeben?
  • Lässt die Firewall (auf beiden Seiten!) die Verbindung zu?
  • Gebt die Wiedergabe zusätzlich lokal auf dem Server wieder. So könnt ihr sehen, ob die Mediendatei korrekt abgespielt wird und könnt diesen Punkt ausschließen.