Bereits seit längerer Zeit kursieren diverse Vorwürfe gegen PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) auf Websites, in Foren, Blogs und seit neuestem auch auf Twitter. Sie betreffen das Handeln der Mitglieder von PETA, den Einsatz der Finanzmittel, das Vorgehen von Tierrettungsaktionen sowie die Mitglieder von PETA selbst und beschuldigen sie als Mörder (http://petakillsanimals.com/).

Einige der neuesten Vorwürfe wurden als Grafik zusammengestellt und findet man hier: http://www.onlineschools.org/blog/peta/

Doch betrachtet man den Verfasser dieses Artikels, wird ziemlich schnell klar, wer und was in Wirklichkeit dahinter steckt. Es ist niemand anderes als das Center for Consumer Freedom (CCF), finanziert und organisiert von dem Zigarettenkonzern Philip Morris, Kentucky Fried Chicken, Outback Steakhouse und weiteren Firmen, gegen die PETA Jahr für Jahr vorgeht. Sie befürchten, dass PETA zu viel Einfluss auf die Industrie und die Konsumenten nimmt und somit die Industrie zu hohen Tierschutzmaßnahmen bewegt, womit der Profit ernsthaft gefährdet würde. Vorsitzender und Gründer des CCF ist Richard Berman, Lobbyist und Inhaber der Berman & Co, bekannt durch Gegenaktionen gegen die Initiative zur Senkung der Blutalkoholkonzentration im Straßenverkehr in den USA (BAC) organisiert von den Mothers Against Drunk Driving, sowie der versuchten Unterdrückung der Aufklärung des amerikanischen Volkes über vergiftetes und mit Salmonellen belastetes Fleisch im Handel durch Schönredens gegenüber des Center for Disease Control and Prevention (CDC). Nicht zuletzt wird er von den großen Tabakkonzernen, Spirituosenherstellern und der Fleischindustrie in den USA bezahlt, um dessen Ruf zu verteidigen.
Interessant wird hier der Schriftverkehr zwischen Richard Berman und Philip Morris, der auf einer Website von Philip Morris dokumentiert wird. Aus den einzelnen Dokumenten gehen Geldtransfers in einer Gesamthöhe von knapp 3 Millionen Dollar hervor. Bereits kleine Auszüge, die als Beispiele hierfür gelten, verdeutlichen die Situation enorm: http://www.pmdocs.com/PDF/2072395949_0.PDF , http://www.pmdocs.com/PDF/2072395962_0.PDF , http://www.pmdocs.com/PDF/2072395963_0.PDF .

Das Vorgehen von Richard Berman ist bekannt: Er versucht seine „Gegner“ in Verruf für dessen Anhänger zu bringen, indem er Fakten gespielt so umschreibt, dass sie die Möglichkeit ergeben, sich gegen Bermans Antagonisten zu richten.
Anders kann man den Satz „Our offensive strategy is to shoot the messenger“ („Unsere offensive Strategie ist es, den Boten einer Nachricht zu erschießen“) auch gar nicht verstehen, ebenso wenig wie „We’ve got to attack activists‘ credibility as spokespersons“ („Wir müssen die Glaubhaftigkeit von Aktivisten als (Presse-)Sprecher angreifen“), die er gegenüber dem Chain Leader Magazine äußerte.

Abseits von den haltlosen Anschuldigungen von der CCF gegenüber PETA gestalten sich die Zahlen in einer anderen Weise als vorgetragen. Nehmen wir als Beispiel die „Ermordung von zahlreichen Tieren“. Für das Verständnis benötigt man ein gewisses Hintergrundwissen über die Situation in Amerika. Zur Zeit werden in den Tierheimen der USA jährlich ungefähr 8 Millionen (!) Tiere aufgenommen, von denen ungefähr 4 Millionen Tiere pro Jahr (!) eingeschläfert werden müssen. Dies geschieht meist auf eine grausame und schmerzhafte Art und Weise wie Erschießen, Vergasen oder der Injektion von Neurotoxinen, das zur Lähmung aller Gliedmaßen sowie der starken Vergrößerung der inneren Organe führt, bis das Tier erstickt ist. PETA selbst hat es sich zur Aufgabe gemacht, einem kleinen Teil dieser in den Tierheimen lebenden Tiere diesen grausamen Tod zu ersparen, indem sie den Tieren eine von medizinisch ausgebildetem Fachpersonal schmerzlose Injektion mit Natrium-Pentobarbita spendieren, durch die sie sofort, stressfrei und ohne Qualen einschlafen. (Fachliche Details zu diesem Vorgang können hier eingesehen werden: http://www.peta.org/mc/factsheet_display.asp?ID=39+) (Der vorherige Link ist z. Zt. nicht erreichbar. Als Ersatz dient der deutsche Link, der meines Erachtens aber das angewandte Verfahren nicht präzise genug darstellt. http://www.peta.de/web/euthanasie_die.1429.html )

Hier wäre natürlich der schönere Weg, dass die Tiere erst gar nicht in die Situation kommen, getötet werden zu müssen. Erste Projekte, wie die Animal Birth Control (http://www.peta.org/feat-abc_campaign.asp), die die Situation deutlich verbessern, hat PETA bereits gestartet.
Einen Artikel dazu (der ehrlich gesagt aber eher amerikanische Bürger ansprechen soll) findet man hier, der die Bemühungen der PETA-Mitarbeiter ganz gut beschreibt – http://www.peta.de/web/usatiertoetung.2167.html .

Mein Fazit:
Ich finde es schade, dass es Menschen und Organisationen gibt, die andere Menschen daran hindern wollen, Gutes zu tun und dessen Lebenswerk zu vernichten, um lediglich Profit daraus zu schlagen. Obendrein, Herr Berman, glaube ich nicht, dass eine Sterilisation bei einem Menschen die Entscheidungskraft so beeinflusst, dass dieser dadurch weniger Menschlichkeit besitzt. Ansonsten hätte Deutschland mit seinen insgesamt ca. 2 Millionen „Mördern“ vermutlich ein sehr großes Problem (http://www.gesundheitsseiten24.de/sexualitaet-aktuell/verhuetung/sterilisation.html).

Quellen:

http://www.consumerfreedom.com/
http://www.bermanco.com/
http://www.pmdocs.com/

http://www.consumerdeception.com/index.asp
http://www.cdc.gov/ncidod/eid/vol5no5/mead.htm
http://www.bermanexposed.org/
http://www.prospect.org/cs/articles?articleId=8984

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Zu den Vorwürfen gegenüber PETA habe ich ebenfalls die deutsche Niederlassung von PETA befragt und diese offizielle Stellungnahme erhalten:

Lieber Herr Erdmann,

vielen Dank, dass Sie PETA Deutschland e.V. bezüglich des Center for Consumer Freedom (CCF) (Zentrum für Konsumfreiheit) und seiner kürzlich ausgesprochenen Angriffe auf PETA USA kontaktiert haben. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.

CCF und ähnliche Gruppen basieren auf der Arbeit von Menschen, die sich gegen die Durchsetzung von Tierrechten stellen, da sie aus der Ausbeutung von Tieren Profit schlagen. Sie fühlen sich bedroht von unseren Versuchen, Menschen über grausame Praktiken, wie die Massentierhaltung, die Pelzgewinnung und andere grausame Formen der Tierquälerei, aufzuklären. Um uns in Verruf zu bringen, veröffentlichen diese Gruppen voreingenommene und falsche Informationen auf ihren Websites, darunter Zitate, die entweder schlichtweg falsch oder vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen und irreführend sind oder anderweitig falsche Aussagen. Diese Gruppierungen behaupten außerdem, dass Tierrechtler zwielichtige Eigenabsichten vertreten – uns war allerdings nie klar, was so zwielichtig an Mitgefühl sein soll. Um mehr über CCF zu erfahren, besuchen Sie bitte die englischsprachigen Homepages:

http://www.ConsumerDeception.com

http://www.prospect.org/web/page.ww?section=root&name=ViewWeb&articleId=8984

http://www.nytimes.com/2010/06/18/us/politics/18berman.html

oder die deutschsprachige Homepage:

http://de.wikipedia.org/wiki/Center_for_Consumer_Freedom.

Um zu erfahren, was PETA Deutschland e.V. durch die Unterstützung unserer Mitglieder schon alles erreicht hat, klicken Sie hier http://www.peta.de/berpeta/erfolge.34.html. Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie uns in unserem Kampf unterstützen können, schauen Sie hier http://www.peta.de/kampagnen/aktivisten_netzwerk.15.html.

Zu den Vorwürfen, dass PETA USA Tiere töten, würden wir gerne in Form des beigefügten Faktenblattes, Stellung nehmen. Begleitende Informationen erhalten Sie auf der Homepage von PETA USA unter: http://blog.peta.org/archives/2009/03/why_we_euthaniz.php.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit den Informationen weiter helfen konnten und Ihre Bedenken bezüglich der Vorwürfe mit diesem Schreiben beseitigt sind. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, so können Sie sich gerne jederzeit wieder an uns wenden.

Mit herzlichen Grüßen aus Gerlingen

PETA Deutschland e.V.
neu: Benzstr. 1
Fon +49 07156 17828-22
D-70839 Gerlingen   Fax +49 07156 17828-10
www.PETA.de
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